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Gr Ausflug der Q11 nach Würzburg
09.02.2010 19.51 Uhr


Besuch der Orestie am 25.10.2009

Gut 2500 Jahre alt ist die einzige vollständig erhaltene Trilogie des antiken Theaters: „Die Orestie“ des Aischylos, die nun erstmals vom Mainfrankentheater in Würzburg in voller Länge aufgeführt wurde.

Wir, der Griechischkurs der Q11, haben uns zu Beginn dieses Schuljahres mit der Ilias von Homer und damit dem Tantalidenfluch beschäftigt, und im nächsten Jahr wird das antike Drama zu unserem Lernstoff gehören. Deshalb nutzten wir die Gelegenheit, uns diese Tragödien anzuschauen.

So fuhren wir am 25.10.2009 nach Würzburg. Vom Bahnhof aus begaben wir uns auf den Weg zum Martin-von-Wagner-Museum, wo Prof. Dr. Ulrich Sinn uns bereits erwartete. Dieser gab uns eine kurze Einführung und vermittelte uns, dass der Stoff der Orestie durch seine politische Aussagekraft auch noch Bezug zur Gegenwart hat. Nach der recht interessanten Führung und einer kurzen Pause begann die Aufführung der Orestie-Trilogie. Sie besteht, wie der Name schon sagt, aus drei Teilen, die drei verschiedene Regisseure auf die Bühne brachten, und einem Satyrspiel. Da das ursprüngliche Satyrspiel nicht erhalten ist, wurde dieser Teil vom Mainfrankentheater selbst erarbeitet, um die Themen der Orestie ironisch, komisch und aktuell auf die Spitze zu treiben.

Der Gesamteindruck des Werkes war jedoch trotz der verschiedenen Inszenierungen stimmig. Das Bühnenbild war während der ersten beiden Tragödien sehr schlicht gehalten, man sah den Palast des Agamemnon, der nach dem Ende des Trojanischen Krieges mit der Seherin Kassandra nach Hause zurückkehrt. Hier erwartet ihn bereits seine Frau Klytaimnestra mit Mordgelüsten und bringt schließlich mit Hilfe ihres Liebhabers Aigisthos beide um. Klytaimnestras Tochter Elektra wartet ungeduldig auf die Rückkehr ihres Bruders Orest, der in der Fremde aufgewachsen ist. Sie hofft, er werde für den Mord an ihrem Vater Rache nehmen. Es gelingt ihm schließlich auch, mit einer List sowohl seine Mutter als auch Aigisthos zu töten. Nun beginnt die dritte Tragödie. Hier war die Inszenierung recht modern gehalten. Sie handelt davon, dass Orest wegen des Mordes von den Erinnyen, den Rachegöttinnen, verfolgt wird. Sie verlangen zusammen mit Klytaimnestra Rache für den Mord. Orest, der im Auftrag von Apoll gehandelt hat, sucht deshalb zunächst in Delphi Zuflucht, sodann auf Apolls Rat hin bei Athene. Diese beruft das höchste Strafgericht Athens, den Areopag, ein. Orest wird unerwartet freigesprochen und die demokratische Rechtsprechung ist eingeführt.

Wie es auch in der Antike üblich war, wurde das Stück größtenteils von unterfränkischen Laienschauspielern aufgeführt, die durch monatelange Probearbeit die schwierigen Chorpassagen zu sprechen erlernten. Hierbei kommt es nicht nur auf eine deutliche Aussprache, sondern auch darauf an, gemeinsam zu starten und dasselbe Tempo zu haben. Den zweiten Aspekt setzte der Chor jedoch auf eine sehr schlechte Weise um. Der Chorführer atmete vor jedem Wort oder Satz sehr laut ein, was den fantastischen Eindruck abschwächte.

Den krönenden Abschluss des Ganzen bildete, wie schon erwähnt, das Satyrspiel. Hier sorgten Amor und sein „Team“ für gute Laune nach ca.4,5 Stunden Tragödie. Recht spät begaben wir uns schließlich auf den Heimweg, und es hatte sich wieder gezeigt, dass antike Theaterstücke immer einen Besuch wert sind.

Ann-Christin Everts, Q11

Myriam Franzke, Q 11



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