Chronik

1620: Zu Beginn des Jahres (das zweite Jahr nach dem Ausbruch des Dreißigjährigen Krieges) wird das Gymnasium von Jesuiten, die der Mainzer Kurfürst Johann Schweickard von Kronberg schon 1612 nach Aschaffenburg gerufen hatte, gegründet. Dass der Krieg von allem der Vater sei, sagte Heraklit, und anscheinend hat er mit Bezug auf unsere Schule durchaus recht gehabt.


Kurfürst Johann Schweickard von Kronberg

Am 14. Juni, dem Fest der Trinitas, bestätigt der Mainzer Kurfürst die Lateinschule. Der aus Kirche, Schulräumen, Wohnräumen und Wirtschaftsgebäuden bestehende Jesuitenkomplex liegt sich in der Nachbarschaft des Aschaffenburger Schlosses zwischen Pfaffengasse und Landingstraße und ist uns heute als Staatliche Fachoberschule und Berufsoberschule erhalten.



Ehemaliges Schulgebäude in der Pfaffengasse

Vom ehemaligen Schulgebäude in der Pfaffengasse gibt es (im "Aschaffenburger Häuserbuch") eine zeichnerische Rekonstruktion durch Alois Grimm, der jahrzehntelang das Aschaffenburger Hochbauamt geleitet hat; der längliche linke Flügel, die ehemalige Jesuitenkirche, beherbergt heute die städtische Galerie. Die drei Häuser im Vordergrund rechts existieren nicht mehr, im Rest des Komplexes ist heute die Staatliche Fachoberschule und Berufsoberschule untergebracht.

1631: Im Herbst fallen die Schweden in Aschaffenburg ein. Es gibt zum ersten Mal unerwartet schulfrei, denn die Jesuiten fliehen und die Räume des Kollegs werden beschlagnahmt. Sehr wahrscheinlich bestand jedoch in irgendeiner Form ein Notlehrbetrieb weiter. Dieser Zustand dauerte bis 1634, dann ziehen die Schweden ab. Doch gibt es auch danach noch weitere Kämpfe.

1635: Wie auch in anderen Regionen um diese Zeit, fällt die Pest in Aschaffenburg ein. Die zurückgekehrten Jesuiten eröffnen ihre Schule wieder, und solange der Unterricht dauert, sind die Schüler vor Ansteckungen bewahrt, doch in den Herbstferien sterben einige Schüler an der Seuche und auch zwei Lehrer ereilt das gleiche Schicksal.

1637: Die Schweden überfallen im April die Stadt, wobei Pater J. Liebst, der Rektor der Schule, tödlich verwundet wird. Erneut fliehen die Jesuiten, können aber Anfang 1638 wieder zurückkehren.

Im Gymnasium der Jesuitenzeit nahmen durch die erwachte humanistische Begeisterung für die Antike, die Fächer Latein und Griechisch ein erdrückendes Übergewicht ein. Alljährlich stattfindende Theateraufführungen, die den Sieg der Kirche verherrlichten oder der Person des Kurfürsten huldigten, wurden in lateinischer Sprache dargeboten. An diese erste Zeit unseres Gymnasiums erinnert noch heute die Jesuitenkirche, die bis zu ihrer Zerstörung im Zweiten Weltkrieg unserer Schule als Studienkirche diente.

1773: Mit der vorübergehenden Aufhebung des Jesuitenordens wurde die Leitung des Gymnasiums Weltgeistlichen übertragen.

 

1814: Es erfolgte die schrittweise Anpassung an die bayerischen Schulverhältnisse; seit 1818 gibt es keine geistlichen Professoren mehr außer den Religionslehrern.

1944: Das alte Gymnasiumsgebäude in der Pfaffengasse ging in den Bombennächten des Jahres endgültig unter; übriggeblieben ist nur ein Portal mit dem Wappen des Kurfürsten Lothar Franz von Schönborn.Wesentlich verzögert wurde der Bau der Schule durch einen unerfreulichen Streit zwischen der Stadt Aschaffenburg und dem bayerischen Staat:

 

Die am schwersten getroffenen Gebäude des Gymnasiums nach den Bombennächten vom November 1944 und das Portal mit dem Wappen des Kurfürsten 

 

Das Gebäude des Kronberg-Gymnasiums in der Fasanerie 

Die Stadt wollte die Schule jenseits des Mains im Schulzentrum, München jedoch gemäß den Abmachungen in der Fasanerie errichten. Nach der Grundsteinlegung am 11. September 1965 - die Urkunde war in der folgenden Nacht gestohlen und mit der Kapsel in einem Bahnhofsschließfach wiedergefunden worden - wurden von der Stadt sogar die Verwaltungsgerichte, allerdings vergeblich, bemüht.

Am 16. September 1968 zog das "Kronberg-Gymnasium" - diesen Namen hatte die Schule am 20. Oktober 1965 erhalten - endlich in das neuerbaute moderne Schulgebäude in der Fasanerie ein. Wenig später wurde dieses in Anwesenheit des bayerischen Ministerpräsidenten Alfons Goppel und anderer Ehrengäste offiziell eingeweiht.


Luftaufnahme des heutigen Kronberg-Gymnasiums ohne die Sportanlagen

1995: Das Kronberg-Gymnasium feiert sein 375. Jubiläum.


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