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L Fahrt zur Saalburg 08.02.2010 09.40 Uhr
Am 29.01.2010 unternahm die Klasse 6a, in Begleitung von Frau Leipold und Herrn Sauter einen Ausflug zur Saalburg. Die Saalburg ist ein rekonstruiertes Römerkastell, das bei Bad Homburg im Taunus liegt. Ganz in der Nähe befindet sich der Limes, der kürzlich zum Weltkulturerbe der UNESCO erhoben wurde. Der Limes bildete die Grenze zwischen dem römischen Reich und dem germanischen Gebiet. Nach einer etwa einstündigen Busfahrt freuten sich alle, die Saalburg zu besichtigen. Wegen der eisigen und verschneiten Wege um das Kastell bekam die Klasse leider nur eine Führung intra muros, da es für die Besichtigung extra muros zu gefährlich war. Zuerst wollten wir die Lehrer noch umstimmen, doch um das Kastell zu laufen, aber anscheinend hatten sie ihre Handschuhe vergessen und fröstelten. Nach einer Erholungspause schauten wir uns zuerst die große Halle an, in der sich die Soldaten versammelt hatten. Dort gab es viel über römisches Soldatenleben zu erfahren. Die Führerin erzählte uns, dass die Soldaten mit Nägeln beschlagene Schuhe trugen. Danach ging es in einen Raum, in dem die 6a antike Kleidungsstücke anprobieren durfte. Wir wurden zu römischen Frauen, vornehmen Senatoren und gefährlichen Soldaten mit Kettenhemd und Rundschild. Besonders lustig war, als sich Frau Leipold den Soldatenhelm aufsetzte und mit finsterem Gesicht die Lanze ergriff. Zum Schluss gingen alle, die sich ein Andenken kaufen wollten, in den Museumsshop. Einige aus der Klasse prägten sich Münzen mit dem Abbild der Saalburg. Da wir mit den Lehrern auf der Heimreise „Stadt, Land, Fluss“ spielten, wurde es im Bus noch sehr lustig. Bald darauf kam die Klasse 6a auf dem Parkplatz an.
Wir möchten uns ganz herzlich bei Frau Leipold und Herrn Sauter für den tollen Ausflug bedanken. Es ist ein sehr schöner Tag gewesen.
Johanna Lentzkow, Julia Helmstetter, 6a
Ausflug der Klasse 6a zur Saalburg
Die Klasse 6a fuhr am 29.01.2010 mit Frau Leipold und Herrn Sauter zur Saalburg. Dieses von Kaiser Wilhelm II. wiederaufgebaute Römerkastell bietet heute den Besuchern einen sehr realitätsnahen Eindruck des römischen Soldatentums im 1. und 2. Jahrhundert nach Christus.
Nach einer etwa einstündigen Busfahrt vom KGA zur Saalburg, die in der Nähe von Friedberg bei Frankfurt liegt, begrüßten wir unsere Führerin, Frau Krann, welche uns zu Legionären machen sollte. Zum Glück waren wir im 1. Jhd. nach Christus stationiert, sodass uns Asterix und Co. nicht begegnen konnten…
Zuerst besichtigten wir die Badeanlagen, worauf wir aber kurze Zeit später aus wetterbedingten Gründen (es schneite sehr stark) in die Ausstellung über Kosmetik und Körperpflege in der Antike, die in den Räumen der Saalburg untergebracht war, wechselten. Ein besonderes (kurioses) Fundstück aus den angrenzenden ehemaligen Badeanlagen ist die sogenannte „Strigilis“, die man sich wie einen gewölbten, geknickten und deutlich längeren Löffelstiel vorstellen muss. Zur Körperpflege hat man sich damals mit Ölen und anderen Substanzen eingerieben und danach mit der Strigilis abgeschabt. Dabei wurden auch tote Hautschuppen und Dreck entfernt. Ein typischer Römer badete mindestens vier Mal die Woche. Der Eintritt war damals sehr billig, obwohl es viele verschiedene Becken und Räume gab: Einen Umkleideraum (apodytherium), ein Kaltbad, (Frigidarium) sowie ein Warmbad (Caldarium) und ein Schwitzbad (Sudatorium).
Als Nächstes kamen wir zu den Unterkünften, den Schlafstätten der römischen Soldaten: Auf der Saalburg waren 6 Zenturionen (480 Mann) und 120 Reiter (insgesamt eine Kohorte) stationiert. In einem Mannschaftshaus lebten, je zu acht, 40 Mann.
Kurzzeitig mussten wir, die Kohorte…, nein, Klasse 6a, mehrere kleine Verluste einbüßen, nämlich genau sieben Legionäre, die zum Kampf gegen die Latrine bestimmt waren. Sie kamen sichtlich erleichtert wieder zurück…
… und besichtigten die rekonstruierten Wohnräume. Ein Raum war etwa 25 Quadratmeter groß und hatte als Ausstattung vier Stockbetten, Haken zum Aufhängen verschiedener Kleider, mehrere Regalbretter, spezielle Halterungen für Rüstungen, einen Schemel, eine Kochstelle, eine Getreidemühle sowie einen Tisch.
Nach dem Bestaunen fragte uns Frau Krann: „Was machte ein Soldat, wenn er keine Lust zum Kochen hatte? Immerhin waren sie in fünf Stunden gut 35 Kilometer gelaufen. Das entspricht einer Reisegeschwindigkeit von sieben km/h. Und das mit einem Marschgepäck von bis zu 45 Kilogramm!“
Unsere Antwort: ,,Die Taberna !“ Na klar, die Dorfkneipe!
Manchmal, zufolge uns noch erhaltenen Inschriften, hatte ein Söldner so viel Wein getrunken, dass der Wirt ihm den Militärgürtel abnahm und diesen als Pfand hinterlegte. Der Militärgürtel war ein Lederriemen, den man sich um die Taille schlang und weil er eisenbesetzt war, trug dieser auch zum Unterleibschutz bei.
Nach diesem Teil der Besichtigung stand etwas Wichtiges bevor: Eine Schneeballschlacht! Ich jedenfalls gehöre zu der Gruppe Menschen, die bei solchen Aktionen einen Römerschild gut hätten gebrauchen können…
Zum Glück wurde der Pausenraum in diesem Moment für uns geöffnet. Anscheinend schlug die Latrine zurück und mehr als die Hälfte unserer tapferen Legionäre traten den Kampf an. Sogar der Unterbefehlshaber über die halbe Zenturie, Herr Sauter, überließ die Schlacht nicht dem Zufall.
Da wir den Außeneinsatz wegen Glättegefahr nicht von der Präfektin, der Führerin, gestattet bekamen, durften wir stattdessen andere Wege um die Saalburg erkunden. Dort hatten wir gegen Schneewehen und tiefe, zugeschneite Gruben anzukämpfen, die sich uns in den Weg stellten. So mussten die Gestürzten und Geschlagenen den Einsatz nicht nur durch den stark fallenden Schnee beenden. Trotzdem geht mir nicht aus dem Sinn, warum erst ein Junge in das „Schneeloch“ fallen muss, bis die Mädchen zögerlich nachkommen.
Nach fast einer Stunde ging es zum göttlichen Teil der Führung.
Wir betraten einen Raum, den früher nur zwei Beamte betreten durften: Das Fahnenheiligtum. Die zwei Beamten waren der Präfekt und der Signater, also der bedauernswerte Mensch, der fast ohne Waffen - außer einem Dolch - in die Schlacht geschickt wurde, nur zum Zwecke der Orientierung und Neuordnung, falls die bisherige Schlacht 1:0 für die Gegner ausgegangen war. Beeindruckt waren wir von der feinen Verarbeitung der Feldzeichen. Frau Krann wies uns auf einen Stein hin, auf dem – natürlich in typisch römischer Schrift – geschrieben stand, welche Kohorte sich zu damaliger Zeit auf der Saalburg befanden. Es war die sechste Kohorte aus Rätien.
Ein Junge übersetzte die zweite Zeile. Sie hieß: „unter dem Schutze Juppiters.“ So durfte er Juppiter spielen, ein nächster Schüler Neptun, ein anderer den Hades... Schließlich blieben nur noch ein paar Mädchen übrig, die kurzerhand zu Musen gemacht wurden.
Zum Abschluss gingen wir wegen der nicht stattgefundenen Außenführung in die Sonderausstellung über die gesellschaftlichen Schichten Roms. Hier durften sich sogar vier Schüler verkleiden, zwei als Hausfrauen, einer als korrupter Senator und einer als Söldner. Ein besonderes Highlight war das Überstreifen eines 15 Kilo schweren Kettenhemdes, unter dessen Last so mancher ächzte. Wenn man bedenkt, dass ein Soldat neben diesem Kettenhemd noch einen Wurfspeer, einen Schild, insgesamt 24 Kilo Verpflegung (Wäsche, Getreide, Kochutensilien usw.) mitschleppte, dann ist es gut, dass für eine kleine Soldatengruppe ein Lastesel zur Verfügung gestellt wurde.
Die Führung war so abwechslungsreich gestaltet, dass wir kaum merkten, wie die Zeit verging. Schon mussten wir, nunmehr keine Legionäre, sondern Schüler, unser eigenes Gepäck aufnehmen und in den Bus steigen, der uns durch heftiges Schneetreiben zurück zur Schule brachte. Alles in allem war dies ein gelungener Vormittag, der uns in eine andere Zeit versetzt hatte.
Constantin Mierau, 6a
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